By Shigeru Taguchi

Der späte Husserl spricht von dem ,Ur-Ich’ als dem Ich, das der transzendentalen Intersubjektivität in einem gewissen Sinne vorangeht. Dies besagt aber nicht, dass es ein solipsistisches Ich wäre, das dem Anderen einseitig voranginge. Der Terminus ,Ur-Ich’ zeigt vielmehr die Ursprünglichkeit einer asymmetrischen und irreversiblen Relation zwischen Ich und Anderem zugespitzt an. Um dies zu zeigen, befragt die vorliegende Untersuchung das erfahrende Bewusstsein, in dem das Ich sich selbst in einzigartiger Weise gegeben ist. Diese Selbsterfahrung ist uns im gewöhnlichen Leben allzu selbstverständlich, wir sind uns gewissermaßen allzu nahe. Wenn uns diese selbstverständlich gelebte Vertrautheit mit uns selbst als Ur-Ich, als absolutes Medium aller Erfahrung, in einer philosophischen Reflexion eigens vor Augen gestellt wird, erscheint sie uns fremdartig. Die vorliegende Arbeit versucht, die Fremdartigkeit des Phänomens des ,Ur-Ich’ verständlich zu machen, indem sie erstens Husserls Radikalisierung der Epoché nachvollziehbar macht, indem sie zweitens das Phänomen der intentionalen Modifikation (bzw. der ursprünglichen ,Monadisierung’ des Ich) eingehend analysiert und drittens die Bedeutung der apodiktischen Evidenz aus einer neuen Perspektive herausarbeitet.

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Aber damit gehe ich über das Gegebene hinaus” (Mat III, 94). An dieser Stelle ist es unverkennbar, daß es sich hier nicht etwa darum handelt, die gesamten Gegenstände in ‚an sich evidente’ und ‚an sich nicht-evidente’ einzuteilen. Es kommt allein darauf an, ob das Gegebene so genommen wird, wie es gegeben ist, oder eine ‚transzendierende’ Deutung erfährt, die es auf etwas in der Wahrnehmung nicht unmittelbar Gegebenes bezieht (z. B. das raumzeitlich aufgefaßte Objekt ‚Kopf’); im letzteren Fall entfällt der Charakter der schlichten Evidenz.

Sie soll zugleich von der Thematisierung des Selbstverständlichen eine philosophisch-wissenschaftliche Um- und Überinterpretation fernhalten, sofern diese aus naiven Vorurteilen stammt. Die Eigentümlichkeit dieser Methode ist dadurch weiter zu verdeutlichen, daß das Problem der Welt als neue, ‚fremdartige’ Selbstverständlichkeit in Erwägung gezogen wird. 30 Husserl meint hier allerdings nicht das Philosophieren überhaupt, sondern ein Philosophieren auf der Grundlage naiver Vorurteile. Was den Vorzug des Lebens gegenüber der Philosophie anbelangt, vgl.

Man kann nicht ernstlich das Sein der Welt bezweifeln, da man sich 31 Dieses Interesse prägt auch die frühen Vorlesungen; vgl. , 148ff. ] nicht Wahrnehmung, Erfahrung, Denken in seinen einzelnen Leistungen, ich verstehe nur nicht, wie sie möglich sind” (XXIV, 398); vgl. ; Mat III, 90. Zum Verhältnis von Skeptizismus und Erkenntnistheorie vgl. XXIV, 405; Ms. B II 1/ 37b. 32 Husserl schreibt im „Nachwort” zu den Ideen: „Daß die Welt existiert, daß sie in der kontinuierlichen immerfort zu universaler Einstimmigkeit zusammengehenden Erfahrung als seiendes Universum gegeben ist, ist vollkommen zweifellos.

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