By Alois Hahn

Das Sommersemester 2002 in Eichstätt wird mir immer in sehr guter Erinne­ rung bleiben. Das ist eine von den wenigen Prognosen, von denen ich sicher bin, dass sie durch die zukünftige Gegenwart nicht Lügen gestraft wird. Jetzt, ein halbes Jahr nach der schönen Zeit, in der ich dort die Otto-von-Freising­ Gastprofessur wahrnehmen durfte, denke ich mit Dankbarkeit an sie zurück, an die anregende geistige Atmosphäre, die freundliche Aufnahme und Hilfs­ bereitschaft, die mir allenthalben zuteil wurde, an die lebhaften und inspirie­ renden Diskussionen mit den Studierenden und den Kollegen, die sich nicht auf den - im übrigen beeindruckenden- architektonischen Rahmen der Uni­ versität beschränkten, den ich als eine Inszenierung der Einheit von Vergan­ genheit und Zukunft in einer lebendigen Gegenwart empfunden habe. Die zauberhafte Landschaft des Altmühltals, der Dom und die vielen anderen Kirchen und Paläste, aber auch nicht zuletzt der Dornherrenhof und die Gast­ lichkeit der anderen Eichstätter Gaststätten mit ihrer teils seigneuralen, teils rustikalen Gastronomie und ihrem gesprächsfreundlichen Klima, das alles hat dazu beigetragen, dass sich Geistliches und Weltliches, Wissenschaftliches und Alltägliches, Sachliches und Persönliches zu einem sinnlich­ intellektuellen Gesamtkunstwerk zusammengefügt haben. Besonders danken möchte ich - stellvertretend für die vielen anderen hilfreichen Geister - dem Dekan der Geschichts- und gesellschaftswissenschaftliehen Fakultät, dem Kollegen Schubert, den Kollegen Greca, Lamnek und Wiedemann und Heinz­ Otto Luthe, dem Vizepräsidenten der Katholischen Universität Eichstätt, die alle durch ihr Engagement und ihre freundschaftlich-kollegiale Präsenz dazu beitrugen, dass ich mich in Eichstätt sehr wohlgefühlt habe.

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Ein besonderer Fall ist in dieser Hinsicht das, was F. H. Tenbruck als "Gratifikationsverfall" bezeichnet hat. Gemeint ist damit, dass mit routinemässig gesicherter Befriedigung eines Bedürfnisses dessen Beitrag zur Gratifikationsbilanz gegen Null zu gehen tendiert. Umgekehrt aber stecken in jeder aktuellen Situation unendliche latente Befriedigungen, die uns zwar gegenwärtig nicht sonderlich beglücken, aber sofort als peinliche Probleme bedrängen, wenn sie durch die Erreichung neuer Gratifikationen als unbeabsichtigte und unvorhersehbare Nebenfolge negativ tangiert werden: "In Wahrheit wird in der Entscheidung nur über Ausgänge disponiert, deren Gratifikationspotential wir bloss abschätzen.

Im Bereich des Bildungssektors) haben offenbar die glei37 In jedem Falle hat der Kinsey-Report nicht nur das sexuell Normale neu definiert, sondern auch im Sinne einer Normalisierung gewirkt. Vgl. , S. 94ff. 36 Prognose ehe katastrophische Struktur: Erst die auf eine negative Prophezeiung folgenden politischen Antworten erzeugen, was man durch sie zu verhindern hoffte. (3) Self-destroying prophecies Man kann sich allerdings auf die Selbsterfiillungstendenz von Prognosen nicht verlassen. Deshalb stellt die Tatsache, dass die Prognosen nicht ohne Einfluss auf ihren Erfolg sind, immer auch einen Grund fiir deren Unsicherheit dar.

Warum Prognosen selten stimmen 31 merksamkeit erhält, der möglichst schnell eine möglichst genaue Vorhersage abliefere: "Wer nicht wahrgenommen wird, existiert nicht"33 . Weshalb geben sich die Abnehmer nicht mit verlässlicheren, dafiir aber ungenaueren Daten zufrieden? Weshalb akzeptieren sie nicht grössere Bandbreiten? Wenn bereits eine Prognose als gut angesehen würde, die sich im Abweichungsbereich von 10 Prozent hielte, wären die Vorhersagen doch allgemein akzeptabel. Der Grund liegt auf der Hand: Die Daten sollen Planungszwecken dienen und der Optimierung von Risikokontrollen.

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