By Markus Homann

Die Wettbewerbsituation auf dem Arzneimittelmarkt hat sich durch die Einführung von Nachahmermedikamenten, sogenannten Generika, erheblich verändert. Bislang verfügt die Gesundheitsökonomie allerdings nicht über empirisch gesicherte Erkenntnisse darüber, aus welchen Gründen Ärzte Generika verordnen und in welchen Fällen sie trotz eines deutlichen Preisunterschiedes den Originalpräparaten treu bleiben. Markus Homann untersucht mithilfe wissenschaftlich bisher nicht analysierter Datensätze, inwieweit Kosten- und Qualitätsunterschiede das Verordnungsverhalten von Ärzten beeinflussen. Er kommt zu dem Ergebnis, dass sich Verordnungsgewohnheiten nicht durch die Befürchtung von Einbußen in der Therapiequalität beim Wechsel von unique- zu Nachahmerpräparaten erklären lassen. Gesundheitspolitische Eingriffe haben zwar die Verordnung von Generika gefördert, jedoch nicht zu einer verstärkten Ausnutzung von Preisunterschieden geführt.

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Bereits nach kurzer Zeit wurden daher auch die Preise der Originalpräparate durchgehend auf das Festbetragsniveau reduziert und die Umsatzeinbußen zum großen Teil wieder wettgemacht59 • Die volle Übernahme der Grenzkosten durch die Patienten führte also in diesem Fall zur vollständigen Substitution der teureren Produkte. Weitere empirische Resultate aus Deutschland existieren lediglich für Mitglieder von privaten Krankenversicherungen, die häufig Verträge mit Selbstbeteiligungen abschließen. ln einer Untersuchung der Häufigkeit von Krankenhauseinweisungen hatte allerdings die Existenz von nicht näher bezeichneten Selbstbeteiligungen keinen feststellbaren Einfluß60 • ln einer anderen Untersuchung konnte festgestellt werden, daß Privatpatienten etwas seltener Erstbesuche bei niedergelassenen Allgemeinärzten abstatten; für die Häufigkeit 57 58 59 60 Übersichten bei Alber (1992), S.

36 vorliegen. Um solche Abweichungen feststellen zu können, ist ein entsprechender regelmäßiger Datenaustausch zwischen Kassen und Kassenärztlichen Vereinigungen vorgesehen. Im Rahmen der Prüfvereinbarung für NordrheinWestfalen ist beispielsweise vorgesehen, daß die Krankenkassen vierteljährlich folgende Informationen bereitstellen: 35 Ortskrankenkassen, Betriebs- und Innungs- sowie Seekrankenkassen. 36 Vgl. Molinaro (1986), S. 46f. Eine eingehende Diskussion der unterschiedlichen Vergleichsmethoden findet sich bei Speilbrink (1994), Kapitel D.

Tab. 93 (ab 1992 Angaben fur Gesamtdeutschland) Quelle: Schwabe und Paffrath (1995), Abb. 6. Bei der Verordnung von Arzneimitteln für GKV-Versicherte sind Ärzte an das Wirtschaftlichkeitsgebot der §§ 12 und 70 des Fünften Sozialgesetzbuches (SGB V) gebunden 31 • Wichtigstes Instrument zur Durchsetzung einer wirtschaftlichen Verordnungsweise ist die Wirtschaftlichkeitsprüfung des § 106 SGB V, die von Krankenkassen oder den sogenannten Kassenärztlichen Vereinigungen veranlaßt werden kann 32 • Bei den Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) handelt es sich um regional organisierte Institutionen, die im Verhältnis zu den Ärzten eine Doppelrolle erfüllen: Zum einen führen sie die Abrechnung der ambulant erbrachten Arztleistungen durch, zum anderen vertreten sie die niedergelassenen Ärzte in Honorarangelegenheiten 33 • Die Durchführung der Wirtschaftlichkeitsprüfungen obliegt Prüfungsausschüssen, die ebenso wie Beschwerdeausschüsse zumeist auf Landesebene 34 von den Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassen berufen werden.

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